Member Story: Martin Böhm - Andere Menschen sind mir wichtiger als ein Exit

Keine Angst vor Herausforderungen – EO-Member Martin Böhm kann mit seinen 45 Jahren auf so manche extreme Höhen und Tiefen zurückblicken: 2012 ging er auf Weltreise, 2017 bestieg der Münchener Unternehmer den Mount Everest. Die Besteigung des höchsten Berges der Welt war erstaunlicherweise nie ein lang gehegter Traum in seinem Leben, sagt Martin Böhm und sei eher eine spontane Entscheidung gewesen. Was er dadurch jedoch gelernt hat? Wie man auch mit den schwierigsten Herausforderungen im Leben umgehen kann und dass das Leben nie geradlinig verläuft, sondern immer ein Bergauf und Bergab ist.

Vom Bauernhof ins Unternehmertum

Steil bergauf geht es in Martin Böhms Leben schon früh im Tiroler Dorf, in dem er aufwächst. Dort wird ihm das Unternehmertum keineswegs in die Wiege gelegt: Aufgewachsen auf einem Tiroler Berg-Bauernhof, studiert Martin nach seiner Matura weder, noch absolviert er eine anerkannte Ausbildung. Schon als junger Abiturient ist er durstig auf Taten und verspürt den starken Drang, zu kreieren, zu schaffen. Für Martin ist deshalb klar: Studieren kommt für ihn nicht infrage. Stattdessen versucht sich Martin als Autodiktat mit beträchtlichem Erfolg und startet seine technische Karriere bei der Hypo-Vereinsbank, bevor er 2005 in einem amerikanischen Start-up landet.

Von 2007-2010 nimmt Martin an einem IT-Training in der UK teil und gründet mit der Energie und Energie aus seiner Arbeit im Start-up zusammen mit einem Co-Founder sein erstes Unternehmen in England.

Als es 2010 zum Bruch zwischen den Gesellschaftern kommt, startet Martin eine Karriere als Freelancer. Obwohl er in dieser Zeit selbstständig ist, fehlt ihm rückblickend etwas.  „Ich bin kein Einzelgänger“, sagt Martin über diese Zeit, „ich habe gern ein Team um mich.“ Auf der Suche nach seinem Purpose entschließt er sich 2012 zu einer Auszeit und nimmt sich ein Sabbatical. „Ich ging nach der Wiesn 2012 weg und kam pünktlich zur Wiesn 2013 zurück nach München“, erinnert er sich lachend.

Bergauf, bergab wie eine Mount Everest-Besteigung

Während seiner Weltreise besucht Martin in einem Jahr 24 Länder. „Ich kam voller Energie und Ideen zurück“, sagt er. In der Zeit wird ihm klar, was er im Leben will: als Unternehmer tätig sein. Kaum wieder zurück in Deutschland gründet Martin 2014 sein eigenes Start-up im Bereich IT-Training und Beratung für Firmen im Food-Bereich. Seine „Herzensfirma“, wie er heute sagt.  „Zu unseren Kunden gehören große, weltbekannte Fast-Food-Ketten“, erzählt er stolz. Dabei bemerkt Martin eines, woran er auch noch später festhält: „Es zahlt sich aus, in Weiterbildung zu investieren.“

Martins 2014 gegründete Firma, die im  Bereich IT Service für Systemgastronomie tätig ist,  ist ein voller Erfolg und erreicht Umsätze in Millionenhöhe. Als 2017 dann plötzlich zwei große Kunden abspringen, bedeutet das einen Verlust von 80 Prozent für Martins Unternehmen. Die Einbußen lassen sich nicht ausgleichen, sodass Martin 2019 Insolvenz anmelden muss. „Das war schlimm, aber nichts im Vergleich zu den Entlassungen“, sagt Martin über diese harte Zeit.

EO Munich stärkt Martin in schweren Zeiten den Rücken

„Zum Glück war ich da schon bei EO“, sagt Martin rückblickend. Das Netzwerk habe ihm irre viel Kraft gegeben. EO hilft ihm, die Zeit durchzustehen und sich von der Insolvenz nicht lähmen zu lassen.

2019, während seiner Insolvenz, wird Martin gefragt, ob er Präsident von EO Munich werden möchte. „Ich war da mitten im Insolvenzprozess und dann diese Frage - ein riesiger Vertrauensbeweis!“, sagt Martin, der zu dem Zeitpunkt stark an sich selbst zweifelt und sich anfangs nicht in der Lage sieht, die Rolle als Präsident zu übernehmen. Zum Glück lässt er sich am Ende doch noch überzeugen:  Als Präsident fasst er neues Selbstvertrauen und lernt extrem viel. „Es gibt bei EO keine hierarchischen Strukturen; das habe ich mir für das Unternehmen abgeguckt und ich weiß heute genau, was ich will.“ EO bringt ihm bei, wie man mit Emotionen und Purpose führt. Die Auseinandersetzung mit persönlichen Themen im Rahmen von EO bringt ihn auch privat weiter; seit drei Jahren lebt Martin in einer glücklichen Beziehung und weiß um die Bedeutung seines Netzwerks.

„Ich möchte im Leben und als Unternehmer anderen Mut machen“, sagt Martin. Über diese Erfahrungen hat er ein Buch geschrieben, das im Juli erscheint. „Das Leben ist ein ständiges Bergauf und Bergab“, reflektiert Martin darin. Heute, fünf Jahre nach seiner Insolvenz und zwei Jahre nach dem erfolgreichen Exit des Unternehmens, das er im Anschluss gegründet hat, führt Martin ein neues Unternehmen, „ETP– Equipping talents with proficiencies“. Mit dem Unternehmen will Martin Unternehmen und Mitarbeiter zum Umgang mit KI befähigen. Das Unternehmen erarbeitet gemeinschaftlich KI-Strategien und entwickelt darauf basierend Weiterbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter. Ziel ist es, so Mitarbeitern die Angst vor KI und den Auswirkungen auf ihren Arbeitsplatz zu nehmen. Dass Upskilling/Reskilling der Mitarbeiter wichtig sind, weiß Martin letztlich auch aus eigener Erfahrung. „Mich reizt es mehr, Menschen zusammenzubringen, als ein Produkt zu vermarkten und einen Exit zu feiern“, sagt Martin. Auch in seiner neuen Firma will er Menschen vernetzen und einen positiven Einfluss haben.

 

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